Sportangebot Wandern

Bericht: Sonntagswanderung am 08.05.2011 in der Pfalz

Um 9.00 Uhr Start am Parkplatz Dieffenbachschule in Friedberg.
Bei strahlendem Sonnenschein, dem bekannten Skiclubwetter, ging es im Bus mit 50 Teilnehmern nach Wachenheim an der Weinstraße. Fahrer Viktor gab sich alle Mühe, uns möglichst nahe am Aufstieg zur Burg
Wachtenheim abzusetzen.
Beim Aufstieg erfuhren wir noch, dass Wachenheim eine Simultankirche besitzt: eines der wenigen Gotteshäuser, die gleichzeitig von evangelischen und katholischen Christen benutzt werden – immerhin schon seit Jahrhunderten.
Nun ging es einen recht steilen Weg mit gefühlten 1000 Stufen nach oben, und dort wartete mit dem ersten Halt auch schon der erste Aussichtsturm. Er wurde sofort von den ganz Sportlichen erklommen, während die vorsichtigeren erst einmal abwarteten, was wohl die restlichen 400 Höhenmeter an Kondition fordern würden.

Blick von der Wachtenburg über Wachenheim

Die Vorsicht war unbegründet. Es ging durch frühlingsgrünen Wald und über sanft federnde Wege in einem für alle sehr angenehmen Wandertempo: Zur nächsten Rast: der „Grünen Bank".
Danach – ausreichende Flüssigkeitszufuhr war bei den warmen Temperaturen schon
wichtig – ließen sich auch die restlichen Höhenmeter bis zum Eckkopf gut bewältigen.
Die „kleine Einkehr" in der Eckkopfbaude, der von örtlichen Vereinen zum Auffüllen
der Kasse betriebene Bewirtungsbetrieb, zeigte sich als eine Art sehr gut geführtes
Restaurant; vom Steak bis zum Kuchen, vom Weinschorle bis Kaffee wurden alle
Wünsche erfüllt.

Auf dem Eckkopf

Damit gab es auch keine Ausreden mehr: Der Eckkopfturm mit seinen 25-m-Höhe musste bestiegen werden und war alle Anstrengung wert. Wir konnten weit ins Pfälzer Land schauen – bis Speyer – und freuten uns an dem herrlichen Sommertag.
Nach etwa einer Stunde hieß es dann: Ab nach unten! Da waren die Wanderstöcke wirklich nützlich und verhinderten einiges an unfreiwilligen „Schussfahrten". Doch auch diese Hindernisse wurden bewältigt, und dann konnten wir uns die „Heidenlöcher" ansehen: Überreste einer mittelalterlichen Fluchtburg,
entstanden vor etwa 1000 Jahren zum Schutz vor kriegerischen Einfällen.

Heidenlöcher

Einige Zeit später erwartete uns ein weiterer Ausblick an der spätgotischen Michaelskapelle über dem Weinort Deidesheim, den wir nun fast erreicht hatten.
Erst kamen wir aber noch an der „Eva im Paradiesgarten" vorbei. Diese Statue wurde hier in den 50-er Jahren aufgestellt, erregte aber ob ihrer Nacktheit kirchliches Ärgernis und musste mit einem schmiedeeisernen Rebenkleid (!) bedeckt werden. Das hat sie aber nun wieder verloren. So ändern sich die Zeiten!
Ein letzter Abstieg über eine recht abenteuerliche Weinbergtreppe, und wir zogen in Deidesheim ein.
Der erste, durch das so schöne, aber nun doch recht heiße Wetter ermattete Trupp hielt gleich zu Beginn der Altstadt an, um eine der durstlöschenden Weinschorles zu genießen. Die zweite Gruppe begab sich zum Geißbockbrunnen. Hier wird die Geschichte der Geißbockversteigerung dargestellt: Aus einem Streit mit dem Nachbarort Lamprecht entwickelte sich ein Fest, das nun jedes Jahr an Pfingsten gefeiert wird.
Die Brunnenfiguren können begangen werden und verwandeln die Gäste von heute in Bürger von damals.

Geißbockbrunnen in Deidesheim

Übrigens gab es in Deidesheim viel zu entdecken: Marktplatz und das historische Rathaus, das fürstbischöfliche Schloss, der Schlossgraben...ein privater Zusatzbesuch würde sich durchaus lohnen!
Wir trafen uns aber endgültig alle im Gutsausschank „Zum Woibauer"und warteten im Schatten alter Bäume auf unseren Bus, wohlversorgt mit weiteren kühlen Getränken. Der Bus brachte uns nun zum nächsten Ort Forst.
Nun konnten wir so recht von Herzen schlemmen: Pfälzer Saumagen, Leberknödel, Wein und ähnliche Köstlichkeiten schmeckten nun besonders gut.

Winzerstube Zum Forster Ungeheuer

In der Weinstube mit dem schönen Namen „Zum Forster Ungeheuer" klang die Sonntagswanderung aus.
Heidi Mörler brachte es auf den Punkt: Im Namen aller bedankte sie sich bei unserem Wanderführer Hubertus Meyer für die erlebnisreiche Tour durch die Pfalz.
Der Bus brachte uns gegen 21.30 Uhr wohlbehalten wieder nach Friedberg zurück.

Sonntagswanderung Pfalz 2011
 

Juliane Clausen