Bericht: Heringsessen 2011, das große "Fischschlemmen"
Heringe bestimmten am Mittwochabend das Bild im Skiclubheim auf der Seewiese und Grund dafür war das traditionelle Heringsessen, denn obwohl der Skiclub kein Karnevalsverein ist, lädt dieser seit etlichen Jahrzehnten zum großen Fischschlemmen ein.
Für den erkrankten Skiclub-Vorsitzenden Dirk Pfannmüller begrüßte dessen Stellvertreter Rainer Schwarz die Gäste, darunter Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender und eine größere Delegation der KV Schwarze 7, die traditionell im Vorstandszimmer die Heringe verzehrte.
Ein besonderer Dank ging an das Team um Sportwart Dietmar Kipper, das nicht nur für die Organisation und Durchführung des Heringsessens verantwortlich zeichnete. Auch die Heringe waren von den Skiclub-Mitgliedern tags zuvor zubereitet worden und da wurden 56 Kilo Heringe, 20 Kilo Gurken sowie jeweils 12 Kilo Zwiebeln und Äpfel verarbeitet.
Dazu kamen noch 75 Kilo Kartoffeln und diese wurden nach der kurzen Begrüßung von den Helferinnen und Helfern in den Saal gebracht und auf die Tische verteilt, wo schon die lecker angemachten Heringe standen. Nach dem Schälen der Kartoffeln gab es dann „Heringe satt" und die schmeckten allen vorzüglich.

Doch auch die Besucher, die nicht auf Fisch im allgemeinen und Heringe im Besonderen stehen, gingen nicht ungesättigt nach Hause, denn als Alternative wurde Rippchen mit Kraut gereicht.
Kaum war der letzte Hering verzehrt und das Geschirr abgeräumt, da wurde es etwas lauter im Eingangsbereich und eine tiefe laute Männerstimme begrüßte die Besucher
Diese gehörte Werner Euler, besser bekannt als Nachtwächter von Bad Nauheim, „aber inzwischen auch von Friedberg, Schwalheim, Nieder-Mörlen und Butzbach", so der Überraschungsgast des Abends.
„Ich bin zwar aus Bad Nauheim, aber seit vier Stunden in Friedberg, denn hier soll sich Gesindel herum treiben", erklärte Euler sein Kommen, um dann eine dreiviertel Stunde lang die Gäste bestens zu unterhalten.
So erklärte er immer wieder die Entstehung von heute üblichen Redensarten wie „in der Kreide stehen", „Stein des Anstoßes" oder „Schwamm drüber". Viel erfuhren die Gäste über das Leben im Mittelalter, lagen die beiden Nachbarstädte doch an der alten Handelsstraße, die von Leipzig nach Frankfurt führte.
Immer wieder streute er die ein oder andere „frivole"Anekdote ein und sorgte so für Lacher und viel Beifall. Doch auch aktuelle Themen, wie die Bürgermeisterwahl in Bad Nauheim durfte nicht fehlen: „Ich bin emal gespannt, wers wird, ich darf gar net dran denke" meinte er im breitesten „Wetterauhessisch" und erläuterte, warum er sich in der Bütt der Hiesbach als „Halbtags-Bürgermeister" bewarb(Die WZ berichtete).
Schließlich erinnerte er an berühmte Kurgäste wie Kaiserin Sissi oder Hans Albers, dessen Hit „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" er eindrucksvoll a capella sang. Sichtlich stolz erzählte er vom internationalen Nachtwächtertreffen in der Badestadt, das er letztes Jahr quasi im Alleingang und nur dank selbst geworbener Sponsoren organisiert hatte und „in dessen Erfolg sich dann so mancher sonnte".
Nicht enden wollenden Beifall gab es schließlich für Euler und ein Besucher brachte es auf den Punkt: „Der könnte jedes Jahr kommen, das hat gepasst".
Bericht: Harald Schuchardt
Foto: Schuchardt



